Direkt zum Inhalt

Geschichte

Mehr als 2000 Jahre Geschichte

DER FÖRTHOF

DER FÖRTHOF blickt auf eine lange und geschichtsträchtige Vergangenheit zurück. Das zentrale, historische Gebäude datiert im Kern auf die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz. Einen Vorgängerbau gab es bereits ab 1220.

2. Jhd. n.Chr.

Teile der Römischen Stadtmauer von Favianis (Mautern)

Römerfunden zufolge gibt es eine stark frequentierte Donaufähre zwischen Favianis (Mautern) und dem Nordufer. Erste Besiedelungsfunde reichen aber bis in die Bronze- und Eisenzeit zurück.

8. Jhd. n. Chr.

Karl der Große, 748 - 814

Der Sage nach gründet Karl der Große (748 – 814) einen Hof am Fährenkopf des Nordufers. Dieser dient als Sitz des Fährleiters und seiner Dienstleute.

1220

© Österreichische Nationalbibliothek; Fähre zwischen Mautern und Förthof, 1810
© Österreichische Nationalbibliothek; Fähre zwischen Mautern und Förthof, 1810

„Rapotto de Urfahr“ erscheint erstmalig in den Aufzeichnungen. Der Landschreiber und Münzmeister errichtet den Ansitz Förthof. Er und sein Vater, Walchun von Stein, scheinen als eine der ersten Lehnsnehmer der Fähre auf.

1240

© Österreichische Nationalbibliothek; Friedrich II, Herzog von Österreich, 1211 - 1246
© Österreichische Nationalbibliothek; Friedrich II, Herzog von Österreich, 1211 - 1246

Ursprünglich gehört die Fähre dem deutschen König, später dem Bischof von Passau, der um 1240 den Herzog von Österreich damit belehnt (Friedrich II, der Streitbare, aus dem Geschlecht der Babenberger, 1211 - 1246). Von diesem werden die Überfuhrrechte weiter verliehen.

1291

© Bundesdenkmalamt/V.Knuff; Matthias Kapelle 1963
© Bundesdenkmalamt/V.Knuff; Matthiaskapelle 1963

Errichtung der Kapelle neben dem Ansitz durch einen jüngeren Rapotto als zweijochigen frühgotischen Saalbau. Die Filialkirche wird dem „Heiligen Matthias am Urfahr“ geweiht, erhält aber keine Pfarrrechte.

1380

© Österreichische Nationalbibliothek; Ansitz Förthof Innenhof, Nordtor, um 1900
© Österreichische Nationalbibliothek; Ansitz Förthof Innenhof, Nordtor, um 1900

Belehnung des Simon von Ips mit dem Förthof, den er 1388 („Verthof gelgegen ob Stain“) mit der Matthiaskapelle an „Friedrich den Chrafft, derzeit Mautner in Stein“ verkauft.

1463

© Österreichische Nationalbibliothek; Brücke zwischen Mautern und Stein/Förthof
© Österreichische Nationalbibliothek; Brücke zwischen Mautern und Stein/Förthof

Errichtung der Donaubrücke. Der Förthof verliert seine Bedeutung als Sitz der Überfuhr.

1530

© Österreichische Nationalbibliothek; Förthof, Matthias Kapelle, 1910
© Österreichische Nationalbibliothek; Förthof, Matthias Kapelle, 1910

Isack Aspan vom Haag erscheint als Besitzer des Ansitzes. Er erneuert das große Gebäude und führt in der Kapelle protestantische Gottesdienste ein. Diese gibt es – trotz späterer Verbote – bis ins Jahr 1613.

1624

Ferdinand II, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, Herzog von Innerösterreich, 1578 - 1637

Ferdinand II (1578 – 1637) zieht den Besitz als landesfürstliches Lehen ein und überträgt ihn an das Kloster Dürnstein.

1788

Stift Herzogenburg

Nach der Aufhebung des Klosters Dürnstein geht der Besitz an das Stift Herzogenburg über.

1802

© Fritz Mayer; Die Truhe der Agrargemeinschaft mit den 3 Schlüsseln
© Fritz Mayer; Die Truhe der Agrargemeinschaft mit den 3 Schlüsseln

Erwerb des Besitzes durch die Agrargemeinschaft Förthof.

1850

© Österreichische Nationalbibliothek; Der Förthof, 1848
© Österreichische Nationalbibliothek; Der Förthof, 1848

Umgemeindung des Dorfes Förthof zur Stadt Stein. Bis 1848 war der mittelalterliche Ansitz Förthof Bestandteil der Grundherrschaft Dürnstein.

Ansitz Förthof

Der historische

Die zwei- bis dreigeschoßige Mehrflügelanlage umschließt in unregelmäßiger Weise einen Innenhof. Nach Dehio geht der Komplex im Kern auf die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück, doch können gerade die unregelmäßig-polygonal angelegten nördlichen Bereiche mit der an der Nord-Ost-Ecke angelegten Einfahrt älteren Ursprungs sein. Dem West- und Süd-Trakt sind hofseitig Treppenläufe und Laubengänge zur Erschließung der Obergeschoße vorgelegt. Neben zeitgemäßen steinernen Fensterrahmungen zeigt die regelmäßig gegliederte S-Fassade einen Rechteckerker und an der Süd-West-Ecke einen über zwei Geschoße reichenden Runderker mit Renaissancedekor. Die repräsentative, als Hauptfassade gestaltete Front weist restaurierte Reste von Ornamentmalerei des späten 16. Jahrhunderts auf.

Matthiaskapelle

Die historische

An der Nordseite der Kapelle führt von außen eine Steintreppe zur Empore der Kapelle. Der Innenraum besitzt bemerkenswert bunt bemalte Steinrippen und zwei Sitznischen mit schönen Maßwerkformen. Das Altarblatt des schwarz-goldenen Hochaltars »Glorie und Marter des hl. Matthias« wurde um 1740 von Johann Gottlieb Starmayr geschaffen. Sein Schüler Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt), dessen Familie von 1726 bis 1749 hier lebte, wirkte wohl an diesem Bild mit. Auch das monumentale Ölbild »Allerheiligen« wird seiner Werkstatt zugeschrieben. Zu erwähnen sind weiters eine hölzerne Kanzel im Stil der Spätrenaissance und ein volkstümlicher Christus an der Martersäule.

Agrargemeinschaft Förthof

Eine bessere Zukunft

Die Geschichte des Förthofs ist seit jeher eng mit Kirche und Religion verbunden. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde Förthof waren schon immer sehr religiös und gottgläubig – aber arm. 1802 erkannten sie, dass sie nur gemeinsam einen Weg in einen besseren Stand und in eine glücklichere Zukunft finden konnten. Es wurde eine einzigartige, genossenschaftlich organisierte Dorfgemeinschaft gegründet. Dank eines Darlehns der Stiftsherrschaft zu Dürnstein und des Förthofer Weinhausers Peter Säuf konnte die Gemeinschaft Weingärten von der Witwe Anna Maria Winterin aus Stein erwerben. Im Gründungsdokument, dem „Instrument“, legten sie in neun Punkten fest, wie die gemeinschaftliche Bestellung des Weingartens zu geschehen hatte.

Die Förthof-Lade

3 Schlüssel in eine bessere Zukunft

Um dieses Dokument und zukünftige Abrechnungen sicher zu verwahren, wurde bei einem Tischler in Stein eine „Eichenlad“, eine Truhe aus Eichenholz, in Auftrag gegeben. Dazu kam noch ein handgefertigtes Schloss, das nur mit drei Schlüsseln geöffnet werden konnte. Im Rechnungsbuch aus dem Jahre 1804 findet sich folgender Eintrag: „Den 8. Feburary, den Düschler die Lath bezahlt mit 5 Gld., den 28. February den Schlosser vor die Lath bezahlt 10 Gld.“. Die Schlüssel bekamen der Ortsrichter und zwei der Geschworenen zur sicheren Verwahrung. Es mussten also immer alle drei zugegen sein, wenn die „Lad“ geöffnet wurde. Von Anbeginn wurde alles, was die Gemeinschaft betrifft, Urkunden, jährliche Gemeinrechnungen, jeder Schriftverkehr mit den Behörden sowie das erwirtschaftete Geld in die „Lad“ gelegt und diese sorgsam verschlossen. So finden sich dort noch heute 200 Jahre Geschichte und die Schicksale der Förthofer Hauer.

Nun spiegeln sich die 3 Schlüssel zur Truhe der Agrargemeinschaft Förthof in unserem Logo - referierend auf die einzigartige Geschichte dieser gemeinschaftlichen Selbstverwaltung - als Symbol der Einheit arrangiert. Als 3 Schlüssel zu Wohlstand und Glückseligkeit.

Quellen